Die Energieeffizienzberater Patrick Brucker und Robin Hofmann besuchen die GeoTHERM-Messe in Offenburg
Bohranlagen, technische Modelle und Fachgespräche – schon beim Betreten der Messehallen in Offenburg wird klar: Die GeoTHERM ist keine klassische Energiemesse, sondern ein Treffpunkt für eine hochspezialisierte Branche.
Zwischen Herstellern von Bohrtechnik, Ingenieurbüros und Forschungseinrichtungen diskutieren Fachleute darüber, wie sich Wärme aus mehreren hundert oder sogar tausend Metern Tiefe nutzbar machen lässt. Besonders auffällig: Viele der Gespräche drehen sich nicht mehr nur um Technologie, sondern zunehmend um konkrete Anwendungen für Industrie und Gewerbe.
Unsere Energieeffizienzberater Patrick Brucker und Robin Hofmann waren vor Ort, um sich ein Bild von aktuellen Entwicklungen zu machen – und um herauszufinden, welche Rolle Geothermie künftig für Unternehmen spielen kann
Schon beim ersten Rundgang durch die Messehallen wurde deutlich: Die Geothermiebranche ist stark technisch geprägt. Ein großer Teil der Aussteller präsentierte Lösungen rund um Bohrtechnik und geologische Untersuchungen.
Zu den vertretenen Unternehmen gehörten unter anderem:
„Der Großteil der Aussteller kam aus dem Bereich Bohrtechnik“, berichtet Energieeffizienzberater Robin Hofmann.
Viele Anbieter konzentrieren sich auf Technologien, mit denen geothermische Ressourcen überhaupt erschlossen werden können – von Maschinen für oberflächennahe Bohrungen bis hin zu Anlagen für Projekte im Bereich der Tiefengeothermie.
Auch das Publikum war klar ausgerichtet: Der überwiegende Teil der Besucher kam aus Industrie, Planung und Energiewirtschaft.
Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder Windkraft spielt Geothermie bisher eine kleinere Rolle. Gleichzeitig wurde auf der Messe deutlich, dass die Technologie zunehmend auch für industrielle Anwendungen interessant wird.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen der Nutzung.
Oberflächennahe Geothermie
Tiefengeothermie
„Je tiefer gebohrt wird, desto höher ist das Temperaturniveau“, erklärt Energieeffizienzberater Patrick Brucker.
Mit zunehmender Tiefe steigen allerdings auch die Investitionskosten, weshalb Projekte sorgfältig geplant werden müssen.
Ein Thema, das auf der Messe immer wieder zur Sprache kam, sind staatliche Förderprogramme. Viele Unternehmen kennen zwar die grundlegenden Möglichkeiten – die konkreten Förderquoten sind jedoch nicht immer präsent.
Für Unternehmen sind aktuell vor allem zwei Programme relevant.
Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) Modul 2 – Prozesswärme aus erneuerbaren Energien
Dieses Programm fördert Investitionen in erneuerbare Wärme für industrielle Prozesse. Je nach Unternehmensgröße können 40 bis 60 % der Investitionskosten gefördert werden.
Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Einzelmaßnahmen – Gebäudewärme
Für Heizsysteme in Bestandsgebäuden kann eine Förderung von bis zu 35 % beantragt werden.
Gefördert werden beispielsweise:
Gerade bei größeren Projekten kann die Förderung einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit haben. Im EEW-Programm sind Fördersummen von bis zu 20 Millionen Euro pro Vorhaben möglich.
Eine weitere attraktive Möglichkeit stellt die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) dar. Voraussetzung ist hier allerdings, dass mindestens 17 Gebäude in einem Wämenetz versorgt werden.
Ob sich Geothermie für einen Standort eignet, lässt sich nicht pauschal beantworten. Einige Voraussetzungen erhöhen jedoch die Chancen für ein wirtschaftliches Projekt.
Interessant kann die Technologie insbesondere für Unternehmen sein mit:
Weniger geeignet ist Geothermie dagegen für industrielle Prozesse mit sehr hohen Temperaturen.
Entscheidend sind außerdem die geologischen Bedingungen am Standort. Deshalb werden häufig zunächst Machbarkeitsstudien oder geologische Untersuchungen durchgeführt.
Der Erfolg eines Geothermieprojekts hängt nicht nur von der Technik ab, sondern auch von der richtigen Projektabfolge.
Wenn beispielsweise Aufträge vergeben oder Maßnahmen umgesetzt werden, bevor ein Förderantrag gestellt wurde, kann die Förderung verloren gehen.
Typischer Ablauf eines Projekts:
Gerade bei größeren Energieprojekten kann eine frühzeitige Förderstrategie entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sein.
Der Besuch der GeoTHERM-Messe zeigt: Die Geothermiebranche entwickelt sich weiter und gewinnt zunehmend an Bedeutung – insbesondere im Bereich der erneuerbaren Wärmeversorgung für Unternehmen.
Auch wenn die Technologie noch nicht so verbreitet ist wie andere erneuerbare Energien, kann sie für viele Betriebe eine interessante Option sein. Förderprogramme helfen dabei, die Investitionskosten deutlich zu reduzieren.
Für viele Unternehmen lohnt es sich daher, Geothermie zumindest einmal prüfen zu lassen.
Die Spitzmüller AG unterstützt Unternehmen dabei, Projekte zu bewerten und die passenden Fördermöglichkeiten zu identifizieren. Eine erste Prüfung der Förderfähigkeit ist dabei kostenfrei und unverbindlich.
Zurück