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Freitag, 13 Juli 2018 13:34

Aus Bürgern werden Forscher: „Citizen Science“

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Mücken sammeln, unbekannte Sternbilder entdecken, neue Technologien erforschen. Bürgerforschung oder „Citizen Science“ ist keine Modeerscheinung, sondern ein wichtiger Teil der Evolution. Auf der ganzen Welt tüfteln „Maker“ gemeinsam, um mit Grips und Fingerfertigkeit Probleme zu lösen. Die Maker-Bewegung ist mittlerweile zu einer echten Größe geworden.

Schon vor mehr als 100 Jahren fand die erste organisierte Aktion von Wissenschaft und Bürgern statt. Damals rief die National Audubon Society zum Christmas Bird Count auf. Seitdem wird diese Vogelzählung jedes Jahr durchgeführt, um den Bestand bestimmter Arten zu erfassen. Übrigens wurde auch die Eignung des Kurzwellenfunks für interkontinentale Verbindungen von zwei Funkamateuren entdeckt.

Auch heute noch werden Bürger als Teil des Forschungsprozesses eingebunden und können diesen aktiv mitgestalten. So werden beispielsweise aus allen Regionen Mücken gesammelt und eingeschickt, um den großen Mückenatlas zu erstellen. Auch in der Astronomie gibt es zahlreiche nächtliche Entdeckungen.

In der Maker-Szene treffen sich regelmäßig kreative Tüftlerinnen und Tüftler verschiedenster Disziplinen, um Ideen auszutauschen, gemeinsam Problemlösungen zu entwickeln und eigene Do-it-Yourself-Projekte zu verwirklichen. So erschließt die stetig wachsende Maker-Bewegung ein enormes Innovationspotenzial.

Bereits seit 2012 ruft das Bundesforschungsministerium Schüler, Studierende, Kreative, Designer, Entwickler und alle anderen Interessierten mit der „Make Light – Photonik selber machen“ - Initiative dazu auf, eigene Licht-Projekte gemeinsam mit der deutschen Maker-Szene zu verwirklichen. Mit Mikrocontrollern, LEDs, optischen Sensoren und Hilfsmitteln wie Laserscanner, Lasercutter und 3D-Drucker sind so in den letzten Jahren schon zahlreiche Photonik-Projekte entstanden.

Mit der aktuellen Bekanntmachung „Open Photonik Pro“ verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Ziel, neue Formen der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft mit der Maker- und Gründerszene zu ermöglichen. Erschlossen werden sollen damit zusätzliche Innovationspfade und -potenziale. Gleichzeitig sollen Innovationszyklen verkürzt und die Vernetzung dieser Gruppen verbessert werden. Bis zum 28.9.2018 können Ideen in Form von Projektskizzen eingereicht werden, bevorzugt sind Start-ups und KMU.